Am Freitag den 15. August 2008 haben wir unseren Leichenanhänger – pardon – Werkstattanhänger gepackt uns sind abgerückt nach Mainzweiler um unser Lager dort aufzuschlagen. Wir ergatterten einen sehr akzeptablen Platz direkt in der Boxeneinfahrt. Nach dem Aufbau des Pavillions genehmigten wir uns dann das ein oder andere Bier um den Rest des Tages rum zu bekommen
Samstags morgens wurde Roland abgeholt um dem Ur-Team noch etwas (
) behilflich zu sein; währenddessen bereitete ich unser Mofa auf das freie Training vor – alle Schrauben kontrollieren, Luftdruck prüfen, tanken. Bisweilen sah alles danach aus, als könnten wir das erste Rennen mal zu Ende fahren; die Kinderkrankheiten mit dem Fahrwerk waren beseitigt und am Motor war so gut wie alles neu, was sollte da schon großartig passieren.
Das freie Training begann gegen 13 Uhr und dauerte für uns genau zwei Runden. Ich fuhr auf die Strecke und in der ersten Runde war auch noch alles in Ordnung. Dann in der zweiten Runde verlor unser Rudi drastisch an Leistung und ich war froh, dass ich es noch bis in die Box schaffte. Dort angekommen nahmen wir unsere Mühle auseinander, um das Problem zu finden. Zunächst vermuteten wir, dass etwas mit den neu eingebauten Carbon-Membranen nicht stimmt, aber mit denen war alles in Ordnung. Als wir den Zylinder abgebaut haben war der Fehler offensichtlich: ein Kolbenklemmer vom feinsten:

Die Qualifikation lag nur noch eine Stunde entfernt und wir standen ohne Kolben da. Nach kurzer Suche half uns Beppo mit einem Ersatzkolben aus (das sollte nicht alles bleiben, was er für uns an diesem Wochenende tut, dazu später mehr). Roland hohnte den Zylinder und setzte den Motor wieder zusammen. Alles wurde gerade rechtzeitig noch fertig um noch die Qualifikation fahren zu können. Also nahm ich unseren Rudi und ging mit ihm auf die Strecke und fuhr dort drei Runden. In der dritten Runde machte sich schon wieder ein Leistungsverlust bemerkbar und ich fuhr sofort in die Box. Dort nahm Roland das Mofa und wollte eine Runde drehen um das zu überprüfen. Zurück kam er schiebend – Kolbenklemmer die zweite:

Diesmal hat es ein ganzes Stück des Kolbens und des Kolbenrings abgerissen. Nun hatten wir schon den zweiten Kolben innerhalb von kürzester Zeit verheizt und waren schon nahe dran alles hinzuwerfen. Als wir schon dachten, dass alles vorbei ist kam Beppo vorbei und sah sich die Sache mal an. So wie der Kolben aussah meinte er sofort, dass die Zündung viel zu früh stehen würde. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Kolben für unseren 80er Athena und wurden auch fündig – der super Gemeinschaft sei dank. Also Zylinder wieder runter – mittlerweile wurde es schon dunkel – und den neuen Kolben rein, Polrad runter, den Versatzkeil gegen einen Standard-Polradkeil ausgetauscht und alles wieder zusammengesetzt. Als das alles getan war sprang die Mühle wenigstens wieder an und wir konnten aufatmen. So gingen wir ins Festzelt um uns die Band ‘Splendid anzuhören und noch ein wenig zu feiern.
Sonntags morgens haben wir sofort damit angefangen den neuen Kolben einzufahren, nach einer Stunde rumtuckern auf der Wiese sah alles soweit top aus, die Mühle rannte echt super und wir konnten dank Beppo fahren. Um halb eins fand noch ein freies Training statt, in dem wir noch etwas testen konnten. Ich fuhr locker eine halbe Stunde und alles schien einwandfrei zu funktionieren doch irgendwann merkte ich, dass das Mofa unruhig läuft und fuhr in die Box. Kaum war der Polraddeckel demontiert sah man den Supergau: das geschweißte Polrad hats zerlegt und es “schlackerte” nur noch rum:

Wir dachten: halb so schlimm, wir haben ja noch eins – also das neue Polrad montiert und Deckel wieder drauf. Nun wollte Roland noch einige Trainingsrunden drehen, da er bis zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht einmal eine Runde auf der Strecke gefahren ist. Als er die Mühle anwerfen wollte tat sich überhaupt nichts mehr – das Pedal drehte durch – der Verdacht lag sofort auf der Kupplung. Also Helm wieder aus und den Kupplungsdeckel demontiert; der Fall war sofort klar, die Kupplung hing in Einzelteilen im Gehäuse und das Rennen war nur noch anderthalb Stunden entfernt. Also nichts wie ran und eine neue Kupplung besorgen. Wieder half uns Beppo, indem er uns einen alten 505er Motor gab, aus dem wir die Kupplung nehmen konnten. Der Umbau der Kupplung dauerte bis zwanzig Minuten vor dem Rennen und wir waren glücklich, dass wir trotz der ganzen Umstände starten konnten. Also fuhr ich etwas später in die Startaufstellung wo ich ein paar Minuten mit laufendem Motor stand, bis endlich der Startschuss fiel. Schon in der ersten Kurve merkte ich, dass unser Rudi extreme Fehlzündungen und auch keine Leistung mehr hatte – also fuhr ich noch in der ersten Runde in die Box. Polraddeckel runter und schon war die Sch***** offensichtlich: unsere neue Zündspule war geschmolzen – original Schrott:

Schon war Beppo wieder zur Stelle und gab uns eine neue Zündspüle und half uns diese einzubauen. Endlich lief die Mühle wieder – mal wieder dank Beppo. Wir hatten nun etwas über eine halbe Stunde verloren und kaum war ich wieder auf der Strecke lief es endlich wie geschmiert und ich konnte eine Stunde durchfahren – zwar im Schongang aber immerhin. Dann machten wir Fahrerwechsel und Roland fuhr mal eine Zeit lang. Er fuhr nicht lange und kam in die Box, weil der Zündkerzenstecker Probleme machte – also neuen Kerzenstecker besorgt und weiter gings. Allerdings auch nicht lange und dieser war auch wieder so ausgelutscht, dass er ständig heruntersprang. Mittlerweile hatte das Mofa auch wieder beträchtlichen Leistungsverlust und Fehlzündungen und Roland kam in die Box. Den Kerzenstecker ersetzten wir durch einen Schraubnippel:
Aufgrund es Leistungsverlustes reinigten wir den Vergaser so gut es eben ging. Als wir das Mofa wieder starten wollten ging es nur noch widerwillig an und wir kontrollierten den Abstand des Unterbrecherkontaktes. Auch ein erneutes Einstellen des Abstandes brachte rein garnichts, der Motor hatte einfach keine Leistung mehr und leidete unter Fehlzündungen.
Zerstörungsbilanz des Rennens war bis zu diesem Zeitpunkt
- zwei verheizte Kolben
- ein ausgeschlagenes Polrad
- eine geschmolzene Zündung
- zwei kaputte Kerzenstecker
Unter diesem Aspekt entschieden wir uns das Rennen an dieser Stelle zu beenden weil einfach nichts mehr ging mit unserem Rudi. Wenigstens konnten wir knappe zwei Stunden fahren und das war schonmal viel wert. Wir werden unseren Rudi demnächst mal zerlegen und schauen an was es lag.
Großer Dank gebührt Beppo für seine riesen Hilfe – ohne ihn wären wir Samstags nach Hause gefahren – also an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Deine Hilfe!
Weiterhin danken wir allen Teams, die uns mit Druckluft, Unterstellmöglichkeit für unser Mofa und sonstigen Gefälligkeiten geholfen haben. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist einfach super und das macht Mofarennen auch zu etwas ganz Besonderem.
Zu guter letzt noch kurz etwas zu der oftmals belächelten Konstruktion mit den Kabelbindern am Hinterrad: es ist absolut notwendig, da es uns mit Sicherheit ohne diese Kabelbinder das Ventil abgeschert hätte:
